Besucher aus den Reihen von CDU und SPD mit Stadtbrandinspektor Werner Trares

FEUERWEHR CDU und SPD lassen sich im Stützpunkt über aktuelle Situation informieren

Die Ehrenamtlichen der Feuerwehr sind unverzichtbar, und das nicht nur als Retter. Auch im kulturellen Bereich spielen sie eine weit größere Rolle, als vielen bewusst ist, aber deutlich wurde, als Heppenheims CDU und SPD am Montagabend gemeinsam Station im Stützpunkt an der Dieselstraße machten. Der Termin, an dem auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Finanzministerium Dr. Michael Meister teilnahm, war der Abschluss der Sommertouren beider Parteien, die seit dem vergangenen Jahr in einer Koalition im Stadtparlament zusammenarbeiten.

Stadt müsste ersatzweise 50 Beamte einstellen

Es war Stadtbrandinspektor Werner Trares, der an seinem Geburtstag bereitwillig und fast eine Stunde lang Informationen rund um das Thema Feuerwehr lieferte, bevor man sich auf einen Rundgang durch die Gebäude begab. Da waren interessante Zahlen zu hören, wie zum Beispiel die Zahl 50: So viele beamtete Kräfte müssten von der Stadt eingestellt und bezahlt werden, wollte man die derzeit 320 Feuerwehrmänner und -frauen ersetzen, die den Brandschutz der Kreisstadt ehrenamtlich sicherstellen. Stattdessen gibt es nur zwei hauptamtliche Kräfte – Gerätewarte – und einen „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst), der sich um die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen kümmert.

Im Schnitt 60 bis 80 der Einsatzkräfte sind auch tagsüber erreichbar und damit bei Bedarf verfügbar. Was wesentlich damit zu tun hat, dass viele bei Stadt und Stadtwerken beschäftigt sind. Die Bereitschaft, in der Feuerwehr mitzuarbeiten, ist ein Einstellungskriterium. Immer wieder aufgefrischt werden kann die Einsatztruppe dadurch, dass Bambini- und Jugendfeuerwehr Nachwuchs bringen.

Ortstermin: Besucher aus den Reihen von CDU und SPD mit Stadtbrandinspektor Werner Trares (Zweiter von links) im Heppenheimer Feuerwehrstützpunkt. Recht im Bild ist der frühere, für die Feuerwehr umgebaute Milchlaster zu sehen. Foto: Dagmar Jährling

 

Heppenheims Feuerwehr besteht aus acht Abteilungen – Heppenheim-Mitte und den Stadtteilfeuerwehren, denen zum Teil spezifische Aufgaben zugewiesen werden. Auf rund 250 Einsätze kommen Heppenheims Feuerwehren in jedem Jahr, hinzukommen 120 Sicherheitsdienste. Allein bei den Festspielen sind laut Trares jeden Abend vier Feuerwehrleute im Einsatz. Es gibt 120 Atemschutzträger und pro Jahr werden 60 bis 70 Kräfte zur Fortbildung geschickt. Die Ehrenamtlichen kümmern sich auch um Fahrzeugpflege, das 1971 bezogene Gebäude, Technik, bringen ihr handwerkliches Können ein und sparen der Feuerwehr und damit der Stadt viel Geld.

Immer wichtiger wird mit Blick auf die begrenzten Finanzen die interkommunale Zusammenarbeit. So gibt es beispielsweise einen „Atemschutzverbund“ mit Rimbach sowie Mörlenbach, und mit Bensheim teilt man sich die Pflege von Schläuchen und Einsatzkleidung: Bensheim kümmert sich um die Schläuche, Heppenheim um die Einsatzkleidung. Nach Ärger mit der derzeitigen Atemschutzstrecke wird, so Trares, über eine Alternative in Zusammenarbeit mit Bensheim nachgedacht.

Aber auch die Zusammenarbeit mit Stadt, Stadtwerken und vor allem Baubetriebshof nennt Trares „lobenswert“; man hilft sich gegenseitig, wo immer es nötig ist. Selbst die Politik, in diesem Fall Stadtparlament und Magistrat, bekommt Lob vom Stadtbrandinspektor, mit dem seit 2002 und alle fünf Jahre ein Feuerwehrbedarfsplan ausgearbeitet (und peu-à-peu abgearbeitet) wird.

Funk mal analog, mal digital

Nach wie vor unbefriedigend ist dagegen nach Darstellung von Trares, der Verwaltungsmitarbeiter und seit 28 Jahren „nebenbei“ als Stadtbrandinspektor im Dienst ist, die 2004 gestartete Umstellung auf digitalen Funk. Weil der Empfang in Teilen des Einsatzgebietes eher mau ist, muss nach wie vor die analoge Technik bereitgehalten und genutzt werden.

Dass Heppenheims Feuerwehr so gut funktioniert, hat nicht zuletzt mit dem Feuerwehrverein zu tun. Der verschafft der Einsatzabteilung mit vielerlei Aktivitäten auch finanziellen Rückhalt, vor allem aber stellt er eine Brücke zur Bevölkerung dar. Ohne die Feuerwehr, so Trares, müsste man auf etliche Feste verzichten. Zu denen übrigens auch immer wieder die Musikzüge mit ihren 150 Mitgliedern beitragen.


40 EINSATZFAHRZEUGE

Der ganze Stolz der Heppenheimer Feuerwehren ist ihr Fuhrpark, der derzeit 40 Einsatzfahrzeuge zählt. Neueste Errungenschaft ist ein Tanklaster, mit dem früher Milch transportiert wurde. Der Tank fasst 12 000 Liter Wasser, die nicht nur bei Feuer zum Einsatz kommen können, sondern auch (wie bereits geschehen) Hilfe bringen, wenn die Quellen wie beispielsweise in Ober-Laudenbach nicht mehr genug schütten.

Weitere Errungenschaften in den Fahrzeughallen sind ein riesiges, 80 000 Euro teures Gebläse, und ein mobiler Stromgenerator, der in Notfällen zum Einsatz kommt. (jr)


Aus dem Starkenburg Echo vom 09.08.2017